Frau zusammengekauert, Schrift romantisch

BDSM – Ein Bedürfnis

BDSM ist ein Wunsch, den man sich nicht aussucht. Bei den meisten gibt es zunächst ein Gefühl, dass etwas fehlt, wenn sie sexuell aktiv werden und die Geschichten sind so zahlreich wie spannend.

Was ist BDSM

Die Buchstaben BDSM stehen für Bondage, Disziplin, Dominanz, Submission, Sadismus und Masochismus. Die Grundlage einer BDSM Partnerschaft bedeutet, dass ein Machtgefälle vorliegt. Es gibt einen aktiven, führenden Part und einen der sich passiv führen lässt. Der aktive Part muss dabei nicht immer sadastisch veranlagt sein, es kann auch allein am Bedürfnis liegen Macht ausüben zu wollen. Im Gegensatz dazu muss der passive Part auch nicht zwingend masochistisch sein.

Ist das normal?

Nun, was ist normal möchte ich hier zunächst mal fragen. Wie anfangs erwähnt sucht ein BDSMer es sich nicht aus. In vielen Fällen kann der Gedanke verstörend sein sich etwas zu wünschen oder etwas erregend zu finden was im Grunde von Kindheit an verteufelt wird. Meist widerspricht das Bild, das der Betroffene von Menschen, Interaktion und Werten im Alltag hat in hohem Maß dem was sich plötzlich als erregend entpuppt. Doch auch diese Erkenntnis lässt die Erregung nicht abebben. Dann folgt ein Prozess der Reflexion. Es gibt BDSMer die klar damit sind und das so akzeptieren können, doch nicht wenige hadern mit diesem Widerspruch.

Reden, aber mit wem?

Der Betroffene mag überfordert sein und ein Gespräch scheuen, denn nicht wenige wurden nach einem Outing verstoßen, zumal es laut Diagnoseverfahren immer noch erlaubt ist Sadomasoschismus oder Fetischismus als Störung zu diagnostizieren. Jemand Professionelles? Ein Freund oder eine Freundin? Lieber den offenen Bekannten, der sowieso immer über Sex redet? Den Partner? Und was, wenn der das pervers findet? Wie sehr wünsche ich mir überhaupt dieses Szenario? Das sind Fragen die sich der Betroffene stellen mag. Vielleicht schwingt auch eine Schippe Scham mit, denn alte Glaubenssätze und erlerntes Verhalten verbieten diese Art von Lust.

Community und Szene

Es gibt eine Szene für BDSM, die Community hat viele Gesichter. Ein Gespräch öffnet hier oft Türen. Doch es gibt auch Möglichkeiten sich zu informieren und zunächst in das Thema zu schnuppern ohne sich outen zu müssen. Es gibt Podcasts zu dem Thema, wie der BDSM-Podcast Kunst der Unvernunft der wöchentlich aktive BDSMer in all ihren Facetten interviewt. Es gibt auch zahlreiche Seiten, informative Bücher, Romane von besserer und schlechterer Qualität sowie Filme. So kann man sich umfassend informieren und muss sich nicht persönlich “outen”. Im Gespräch kann man Stammtische in der Gegend suchen, Clubs besuchen oder in Foren aktiv werden. Bei Stammtischen treffen sich BDSMer und sprechen offen über Wünsche, Erfahrungen, Befürchtungen, tauschen Informationen aus. Es gibt unterschiedlichste Formen, themenzentriert, moderiert oder offen.

Kommunikation

Einer der Punkte die BDSMer von Nicht-BDSMern am meisten unterschiedet ist jedoch nicht die Art der sexuellen Interaktion, sondern die Kommunikation. Beim Spielen, in Sessions wie BDSMer ihre sexuelle Interaktion nennen gibt es immens viele Arten zu spielen.
Was möchte ich ausprobieren?
Was erlaube ich dir?
Wie lautet mein Safeword?
Was mag ich überhaupt nicht?
BDSMer sprechen oft und viel, sprechen nach der Session über das Erlebte, stimmen sich ab. Offen und ehrlich. Es gibt so viele Variationen, wie Lack oder Leder, Fesseln oder nicht, Schläge oder nicht und wenn ja womit und wie fest um nur ein paar Beispiele zu nennen. Der Aktive ist dabei immer angewiesen auf das, was der Passive ihm erlaubt, er führt, weil er führen darf. Der aktive Part trägt eine große Verantwortung und muss dem Passiven vertrauen wie der Passive dem Aktiven Vertraut.
Das könnte als Kern verstanden werden, aber über BDSM kann man Romane schreiben und es Jahre leben und studieren und wird immer noch etwas finden, das spannend ist.

 

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